Blackberry DevCon 2012

Keynote – Zusammenfassung

Blackberry geht bei seiner Entwicklung für die neue Blackberry 10 Plattform ganz neue Wege.
Die Basis bildet das Betriebsystem QNX welches schon in diversen embedded Systeme zum Einsatz gekommen ist und in 2010 von RIM gekauft wurde.
Darüber kommt erstaunlicherweise die QT Bibliothek zum Einsatz welche zuletzt von Nokia getrieben wurde.
Als Oberflächenbibliothek kommt das TAT Cascades  Framework zum Einsatz. TAT ist sozusagen ein Veteran in diesem Thema. Sie lieferten in der Vergangenheit schon Oberflächen für diverse mobile Plattformen. TAT wurde von RIM ebenfalls schon in 2010 übernommen.

Insgesamt sieht es nach einer gelungenen Kombination aus. Vor allem wurde an ordentliche Entwicklungswerkzeuge gedacht. Designer können jetzt ihre Entwürfe aus Photoshop direkt in QML (QT Oberflächen-Beschreibungssprache) exportieren.

Sieht in den Präsentationen sehr gut aus aber der Praxistest steht noch aus.

Mythen und Blackberrys Antwort

In der Keynote wollte Blackberry auch gleich mit ein paar „Mythen“ aufräumen die über Blackberry existieren:

  1. Mythos: Schrumpfender Markanteil von Blackberry.
    Antwort Blackberry: Es gibt heute 75 Millionen Subscriber heute. 20% mehr als im Vergangenen Jahr.
    Tatsache: Die Anzahl der Subscriber spiegelt nicht unbedingt den Marktanteil wieder. Dieser sink laut ComScore.
  2. Mythos: Blackberry Nutzer benutzen keine Apps
    Antwort Blackberry: Es gibt täglich 6 Mio. Downloads
    Tatsache: Von den anderen Plattformen gibt es leider nur sehr widersprüchliche Angaben. Bei iOS schwanken die Zahlen zwischen 5-10 Mio Downloads. Bei OVI angeblich 7 Mio. In diesem Verhältnis wären die Zahlen von Blackberry wirklich gut.
  3. Mythos: Blackberry Entwickler verdienen kein Geld.
    Antwort Blackberry: Blackberry hat mehr bezahlte Downloads als Android. 13% der Blackberry Entwickler haben bereits mehr als 100.000$ verdient.
    Tatsache: Android Market zu übertreffen ist keine Kunst da Android Benutzer bekannterweise bei weitem nicht so zahlungsbereit sind wie iOS Benutzer. Das Business User der Blackberry Geräte auch eher bereit sind Geld auszugeben wie Android Benutzer ist sicher nachzuvollziehen.

 Abschneiden von alten Zöpfen

Für viele Entwickler war es ein Schock das es kein Java im neuen Blackberry OS geben wird. Ob es gelingt die bisherige Entwicklergemeinde davon zu überzeugen statt Java jetzt C++ zu entwickeln bleibt abzuwarten. Auch das es jetzt eine Möglichkeit gibt Android Applikationen laufen zu lassen ist nur ein schwacher Trost.

Immer die gleichen Fehler

Signierung von Applikationen und Permissions sind auch bei Blackberry ein Problem. Leider hat Blackberry hier die schlechteste Kombination der marktgängigen Methoden gewählt:

  1. Beschränkungen wie bei Apple -> Sobald eine Anwendung auf das Playbook gebracht werden soll wird ein sogenanntes Debug Token notwendig. Dieses Token hat leider massive Einschränkungen für Entwickler. Es gilt nur für 30 Tage und jeder Entwickler kann nur maximal 100 Geräte dafür registrieren. Ein Programm für In-House Deployment von Applikationen für Firmen gibt es nicht 🙁
  2. Der Benutzer muss selbst über die der Applikation zugebilligten Rechte entscheiden. Das System ist von Android schon bekannt aber leider für die meisten Nutzer unbrauchbar.

Hier müsste dringen nachgebessert werden!

Fazit

Blackberry steht am Scheideweg. Zum einen müssen die Nutzer von den neuen Geräten überzeugt werden. Auf der anderen Seite gilt es die Entwicklergemeinde und Inhalteanbieter auf die Plattform zu bekommen damit man etwas zu bieten hat. Beides ist Angesichts der starken Konkurrenz von iOS und Android keine leichte Aufgabe die nur gelingen kann wenn Entwickler wie auch User auf den Zug springen.

Es bleibt also spannend und abzuwarten ob das gelingt.

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